Zen Coaches

Einatmen, Ausatmen – Auf dem Weg zum Meisterkoch

Auf dem Weg zum Zenkoch

Posted on 21. März 2013

Zen – Zazen genauer – ist im wesentlichen eines: Sitzen. Absichtsloses Sitzen.
Bei aller intellektuellen Freude am Buddhismus oder den poetischen Zen-Geschichten – egal wie man es am Ende auch dreht und wendet – Fortschritte erzielt man unserer Erfahrung nach durch die Praxis des absichtslosen Sitzens.

Kein Streben nach Erleuchtung. Nur eine simple Übung. Einfach nur aufrecht Sitzen auf dem Meditationskissen und Atmen. Einatmen und Ausatmen.

Das ist alles.


Unterweisung im Za-Zen

Ein Zen-Schüler geht zu einem Zen-Meister, um endlich das Geheimnis des Zen zu erfahren. Er trägt dem Meister, der ruhig in der Zazenhaltung auf dem Boden sitzt, sein Anliegen vor und bittet diesen um Unterweisung. Der Meister hört ihm zu und weist ihn an, sich ebenfalls in der Zazenhaltung neben ihn zu setzen. Nachdem der Schüler einige Minuten ruhig sitzend neben dem Meister wartet, fängt er an unruhig zu werden. Schließlich schaut er den Meister fragend an, worauf dieser sich zu ihm umdreht und sagt “Nichts wird mehr passieren. Das ist alles.”

Arne und ich haben wie jeder Übende unsere Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge in den letzten Jahren gesammelt. Unsere Reise des Zen ist hier beschrieben. Viel Spaß beim Lesen!

Alle sind erleuchtet, nur ich bin es nicht!

Posted on 18. Mai 2013

Wir stehen in der Schlange im Postamt. Es geht quälend langsam voran. Dabei ist ja nicht einmal die Vorweihnachtszeit, es ist ein ganz normaler Tag mitten in der Woche. Aber wenn ich mir die Geschwindigkeit des Mitarbeiters hinter dem Tresen ansehe, dann kann ich sicher sagen: Der macht mit Absicht alles noch langsamer als es eh schon geht!

Das ist der Moment wo wir uns ertappen ungeduldig zu werden. Mit unserer Umwelt. Die anderen vor uns in der Schlange sind auch langsam – mein Gott, wie lange wird das noch dauern?! Kann die Frau nicht vorher schon den Ausweis heraussuchen? Die weiß doch, dass Sie den zeigen muss … Und der alte Mann fängt erst an nach seinem Geld zu suchen, nachdem er gefragt wird – auch der kauft doch nicht zum ersten Mal Briefmarken …

Der Mitarbeiter der Post, die Frau und der alte Mann – sie sind alle erleuchtet, nur ich nicht!


Alle sind erleuchtet, nur ich nicht! – Ist eine Übung, die im Zen verwendet wird, um sich für die Lernerfahrung durch den anderen zu öffnen. Wenn alle erleuchtet sind (meine Nachbarn, meine Kollegen, meine Kunden, meine Familie, meine Freunde und einfach alle lebenden Wesen) – nur ich bin es nicht, dann sind alle Wesen um mich herum meine erleuchteten Lehrer.

Was kann ich vom Postmitarbeiter lernen, der so quälend langsam ist und dann noch absichtlich noch langsamer macht? Geduld. Was vom Punk in der Straßenbahn, dessen Verhalten und dessen Bettelei mich nerven? Erst Akzeptanz und Freude am anders sein von ihm. Der Autofahrer, der es so eilig hat, dass er mich schneidet? Verständnis für den Druck unter dem er sich fühlt.

Wann immer mich irgendetwas an anderen stört, dann kann ich dem Impuls von Ärger, Ablehnung, Unverständnis etc. Nachgeben – oder aber mich fragen: Was ist die Lernerfahrung die der andere mir geben will?

Zen Koch – Anweisungen für den Koch

Posted on 29. März 2013

Dōgens Buch: Tenzō-kyōkun (Vorschriften für den Küchenaufseher) gehört zu einem meiner Lieblingsbücher der Zen-Literatur. Besonders das Buch mit gleichem Titel (Anweisung für den Koch) von Bernard Glassman ist für Menschen aus unserer Zeit eine spannende Literatur. Dabei handelt es sich beim Buch von Glassman nicht nur um einen Kommentar zu Dōgens Buch von 1237, sondern um die Erläuterung in moderner Sprache, wie auch verknüpft mit einer Beschreibung, die Aufgabe die Welt zu einem besseren Platz zu machen, ebenso anzugehen.